cross-posted from: https://feddit.org/post/15143464

Lachgas ist unter Jugendlichen eine beliebte Partydroge, kann aber zu schweren Schäden führen. K.o.-Tropfen werden oft für Vergewaltigungen eingesetzt – beide Stoffe will die Bundesregierung nun verbieten.

  • rbn ( rbn@sopuli.xyz ) 
    link
    fedilink
    arrow-up
    14
    ·
    1 year ago

    Vermeintlich harmlose Industriechemikalien dürfen nicht länger missbraucht werden

    Ich hatte noch im Hinterkopf, dass K.O.-Tropfen zumeist in Form von Putzmitteln gekauft werden, oft dann gleich in 1 Liter+ Gebinden. Bedeutet dieser Satz, dass diese Stoffe zukünftig auch als Putzmittel verboten sind? Oder nur, dass man die nicht mehr missbrauchen darf? Es dürfte ja hoffentlich schon längst verboten sein, die anderen Menschen ins Getränk zu mischen oder ähnliches.

    Und beim Lachgas fing die Welle glaub ich ursprünglich mal mit 8g-Sahnekapseln an, noch bevor jeder zweite Kiosk diese großen Flaschen im Sortiment hatte. Und da nur Gebinde > 8 Gramm verboten werden sollen, sehe ich jetzt nicht so wirklich, wie das den Missbrauch verhindern soll. Dürfte einfach nur zu mehr Müll führen.

    • Saleh ( Saleh@feddit.org ) 
      link
      fedilink
      arrow-up
      9
      ·
      1 year ago

      Konkret geht es bei den “Putzmitteln” um GBL, dass in Lackentferner enthalten ist und im Körper zu GHB verstoffwechselt wird.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Γ-Butyrolacton#Verwendung

      Ich glaube nicht, dass sich das praktisch verbieten lässt. Auch die Aussage “harmlose Industriechemikalien” ist in dem Fall etwas absurd, weil das Zeug direkt zur psychoaktiven Substanz verstoffwechselt wird.

      Dazu kommt noch das Problem bei GHB, dass es andere Stoffe gibt, die im Körper zu GHB verstoffwechselt werden z.B. 1,4 Butandiol.

      Am Ende ändert sich wenig. Wer vorhat Menschen mit GHB handlungsunfähig zu machen und zu vergewaltigen wird auch nicht davor zurückschrecken, sich etwas zu kaufen, wo GBL oder andere Prodrugs enthalten sind. Man kann dann höchstens bei jemanden, der erwischt wird, noch eine weitere Straftat verfolgen.

      Wir sehen hier genau wie beim NPSG (neue psychoaktive Substanzen Gesetz), dass es nur darum geht, irgendwas zu tun, aber irgendwas darf natürlich nicht in einer Drogenpolitik auf Basis von Harm-Reduction und Hilfsangeboten bestehen, sondern muss in Verboten daherkommen. Diese werden dann aber nicht umgesetzt, weil sie garnicht umsetzbar sind.