Hallo zusammen,
Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.
Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?
Ich hab jetzt wirklich recht häufig das Spiel “Dome Keeper” gespielt. Ist quasi bergbau mit strategischem basenbau und bissl feinde abwehren. Das ganze kann in kleinen oder grösseren Runden gespielt werden. Hat bei mir einen Nerv getroffen.
Des Weiteren überlegt der alte mann sich den 125er Führerschein zuzulegen. Ist Zeit für die Mittellebenskrise. Bzw: ich mach einfach was ich will
Dome Keeper fand ich auch ganz lustig, vor allem den Kontrast zwischen dem ruhigen Schürfen unter Tage und dann das hektische nach oben Rennen und versuchen alle Gegner abzuwehren. Und den minimalistische Stil fand ich auch toll.
Ich habe mal angefangen Parasite Evefür die PS1 auf dem Emulator zu spielen und bin hin und her gerissen. Einerseits kann ich verstehen, warum dieses Spiel so beliebt war als es raus gekommen ist.
Gerade die Geschichte war für damalige Verhältnisse sehr filmhaft inszeniert, aber vor allem die Kämpfe sind irgendwie zu repetitiv und langweilig. Ich bin am überlegen mir den Rest nur als Video anzugucken.Die Geschichte ist mal wieder klassisches: es wird ein Konzept aus der Wissenschaft genommen und dann vollkommen überdreht als Horrorelement angewandt. Hier sind es diesmal die Mitochondrien in unseren Zellen. Die ja eigentlich nicht direkt zu uns gehören sondern vor Urzeiten eine Symbiose mit Zellen eingegangen sind und jetzt in all unseren Körpern stecken und weiter vererbt werden aber trotzdem ein getrenntes Genom haben. Das Spiel stellt nun die Frage: was wenn die Mitochondrien bzw. jemand der die kontrollieren kann uns feindlich gesinnt ist.
Relativ viel Body Horror also, aber stark verpixelt, da die Graphik damals noch nicht so gut war.Ich habe erst am Ende des Spiels rausgefunden das man Waffen upgraden kann und dementsprechend die Kämpfe schneller sind…
Als alter Resi Fan betrachte ich das Game weiter mit der Nostalgie Brille und werde demnächst mal Dino crisis anfangen :D
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Also Holzfällen war jetzt nicht mein Lieblingstext von Bernhard, aber ich fand ihn trotzdem ganz gut. Und anderes von Bernhard (Alte Meister und die Autobiographie) fand ich einfach genial.
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Ich habe “Homo Digitalis” von Ralf Hanselle gelesen und habe das Buch mit gemischten Gefühlen beendet.
Erster Eindruck: Ein Philosoph schreibt über Rechenzentren. Ok… Sehr sphärisch und nicht so technisch, ist das jetzt interessant oder einfach nur Geschwafel?
Zweiter Eindruck: Der Teil “der Verlust der Fläche” hat mich berührt. Deswegen will ich hier ein bisschen daraus zitieren. Zunächst geht es darum, dass die Welt der Menschen lange stark davon geprägt war, welchen Radius man mit einem Tagesmarsch erreichen konnte. Später kam die Eisenbahn, noch später Raketen. In den 60ern wurde zudem das Mooresche Gesetz formuliert, nach dem sich die Komplexität integrierter Schaltkreise alle 2 Jahre verdoppelt, und das immer noch Gültigkeit hat.
“Alles scheint somit getrieben von einem möglichen unumkehrbaren Steigerungszwang. Er ist der eigentliche Motor hinter der modernen Beschleunigungsgesellschaft. Doch die Akzeleration wird an ihr Ende kommen. Vielleicht ist dieses Ende sogar längst erreicht, zumindest in unserer subjektiven Erfahrungswelt. Denn mehr und mehr erleben wir eine paradoxe Wirkung: Wie in der berühmten ‘Wagon Wheel Illusion’, bei der ein Beobachter eines sich in voller Fahrt befindlichen Autorades ab einem bestimmten Punkt feststellt, dass sich das Rad zumindest in seiner verzerrten Wahrnehmung nicht weiter oder schneller vorwärtsbewegt, sondern wie in der Luft stillzustehen scheint, so scheint auch die Beschleunigung von Raum und Zeit an einen Kipppunkt zu gelangen. Denn was wir seit geraumer Zeit erleben, ist keine Beschleunigung mehr, eher schon ein rasender Stillstand. Wie einst Fassbinders Fred Stiller [in ‘Welt am Draht’], überkommt uns zunehmend und unvermittelt der Eindruck, dass wir zwar auf nächtlicher Fahrbahn dahinzurasen scheinen, in Wahrheit aber vor einer sich immer perfekter gebenden Illusionen verharren. Es ist dies der bizarre Schlusspunkt unseres schier unstillbaren Geschwindigkeitsdranges: der stehende Sturmlauf, eine paralysierende Kraft. Noch versuchen wir sie mit allen Mitteln zu leugnen. Doch längst ist sie unübersehbar geworden.”
Der Vergleich mit der “Wagon Wheel Illusion” hat mich schon gecatcht, weil ich das manchmal auch fühle. Ich hoffe, dieser kurze Auszug gibt das einigermaßen wieder.
Dritter Eindruck: im Teil “Der dissoziierte Mensch” hat er leider den Boomer raushängen lassen: der Homo Ludens als erwachsener Mensch, der (Computer)spiele spielt, wird einfach total schlecht dargestellt.
Insgesamt bestätigt mich das Buch darin, dass ein Mensch in einer nur digitalen Welt nicht glücklich sein kann. Ich würde mich aber gerne mit jemandem über das Buch austauschen… Hat es jemand hier gelesen?
Leider nicht gelesen, aber der von dir zitierte Abschnitt regt auf alle Fälle zum Denken an. Auf diese Weise habe ich darüber noch nicht nachgedacht.


