Mit dem “Einzelfallticker” will die AfD das angeblich “wahre Ausmaß” der von Migranten begangenen Straftaten aufzeigen. Doch eine Stichprobe zeigt: Bei der Hälfte der Fälle gibt es keine Hinweise zur Herkunft des Tatverdächtigen.
Eine interaktive Deutschlandkarte der AfD soll eindrücklich die Gewaltdelikte durch Migranten in Deutschland visualisieren. “Dinkelsbühl: Aggressiver Messer-Mann leistet Widerstand gegen Polizeibeamte”, “Wuppertal: Raubüberfall auf Tankstelle mit Gaspistole”, “Mannheim: Wertgegenstände aus verschlossenem Spind in Schwimmbad entwendet” - lauten einige Überschriften von Fällen des “Einzelfalltickers”, den die Partei seit Ende Februar betreibt.
[…]
Soll das heißen die AFD und ihre Anhänger nehmen es mit Fakten nicht so genau. Ich bin empört /s.
Wird Zeit für einen Polizei-Einzelfallticker.
Polizei Einzelfallkarte, stand 2020
https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1ywXat7lcpChQep_SfqXM8-wPfAx7l0Wd&usp=sharing
Manche in diesem Faden reden ein bisschen am Thema vorbei. Es geht doch nicht ernsthaft darum wie viele Straftaten täglich von “Migranten” (aka alles, was nicht aus dem Westen stammt) verübt werden. Mag sein, dass es dazu richtige Erhebungen gibt, aber so ein Ticker macht dazu eh keine richtige Aussage.
Es geht darum, dass die Afd hier einem jede Straftat, die von einem Migranten verübt wurde, hinklatscht und dann über die Benutzung des Begriffs Einzelfall suggeriert, dass es genau das Gegenteil ist. Und wird die Abstammung des Täters nicht genannt, wird gleich das Narrativ aufgemacht, dass der linksgrün-versiffte Staat das absichtlich macht, damit die Schlafschafe nicht aufwachen. Wird hingegen erwähnt, dass der Täter deutsch ist, wird das nicht im Ticker gepostet, aber es wird an anderer Stelle unterstellt, dass er lediglich ein “Passdeutscher” ist. Ist der Täter bewiesen “biodeutsch”, wird sich beschwert, warum denn nicht bei jedem die Nationalität genannt wird. Diese Propaganda ist in ihrer Stumpfheit so eingängig, dass sowas bei vielen Leuten schnell verfängt.
Letzten Endes ist das nicht anderes als blanker Rassismus und keine ernsthafte Grundlage für eine Diskussion über die Demografie von Gewalttätern.
Also soweit ich das im Einzelfallticker selbst sehe, ist da nicht explizit die Rede davon, dass hier nur Ausländer, Migranten oder Asylbewerber und deren Delikte erfasst werden sollen. Es werden die Berichte gesammelt, in denen die Täter nicht ausdrücklich als Deutsche beschrieben werden. Im Umkehrschluss ist das natürlich das Indiz auf die ausländische Täterherkunft. Da müssen wir uns wohl nichts vormachen. Das Problem der überproportionalen Gewalt durch Migranten ist real und nicht einfach nur ein Hirngespinst der AfD.
Mal ein paar Kritikpunkte:
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“Einzelfall” ist AfD-Schwurbeldeutsch für “Kriminelly mit Migrationshintergrund”. Da braucht man nicht groß drumherumdefinieren zu wollen. Ist so. (Auf linker Seite wird darunter meist Gewalt durch/Rassismus bei Sicherheitsbehörden verstanden. Aber die AfD ist nicht links.)
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Ich würde gern die Statistik sehen, wie oft die Herkunft eines Tätys nicht erwähnt wird, weil sie maximal biodeutsch ist (= “irrelevant”, weil zur Mehrheitsgesellschaft gehörig) und wie oft, weil das Täty Migrationshintergrund hatte (= zur Vermeidung von Stigmatisierung).
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Trotzdem ist wohl wahr, dass Täty mit Migrationshintergrund überrepräsentiert sind. Und dafür gibt es verschiedene Gründe, zu denen eben primär Faktoren gehören wie soziale Schicht, Umfeld, Traumata, Rassismus und Strafarten, die rein rechtlich nur Ausländer begehen können. Und da sollte man lieber probieren, an den Gründen anzusetzen, als alles am Migrationshintergrund festzumachen und den Leuten jegliche Menschlichkeit oder Individualität abzusprechen… ich will @sirnaks Pfosten nicht komplett wiederholen.
Täty? Bitte?
“Tater*in”, aber entgendert.
Das Ansinnen von Phettberg zu entgendern anstatt zu gendern ist super, aber es liest sich wirklich Scheisse.
Warum nicht einfach existierende, neutrale, inherent genderneutrale Begriffe wie “Kriminelle” oder “Tatverdächtige” benutzen
Ich hätte das Entgendern hier wohl sein lassen sollen, der Fokus scheint auf dem falschen Thema gelandet zu sein. Ich probiere das ja nur aus … Aber eigentlich glaube ich, man kann sich besser dran gewöhnen als ans Gendern mit *innen.
Ich denke, “Kriminelle” und “Tatverdächtige” wären trotzdem “Kriminellys” und “Tatverdächtigys”: Die männlichen und weiblichen Versionen dieser Wörter sehen zwar zufällig gleich aus, aber in der Einzahl merkt man ja am Artikel, dass sie trotzdem ein Geschlecht haben.
lch denke, “Kriminelle” und “Tatverdächtige” wären trotzdem “Kriminellys” und “Tatverdächtigys”: Die männlichen und weiblichen Versionen dieser Wörter sehen zwar zufällig gleich aus, aber in der Einzahl merkt man ja am Artikel, dass sie trotzdem ein Geschlecht haben.
Dann kann man in der Einzahl halt andere Möglichkeiten finden: “tatverdächtige Person” oder “kriminelle Person”, zum Beispiel.
Es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten, in der deutschen Sprache zu entgendern, ohne dass das den Lesefluss zerstört oder die Aussprache verkompliziert oder grammatikalisch fehlerhaft wird.
Ich bin da einfach für ein konsequentes Entgendern mit den bestehenden Mitteln der Sprache.
Ich verstehe zwar, warum einige Leute lieber Gendersternchen oder Phettberg oder andere, mehr institutionalisierte.Ansätze bevorzugen. Ich bin aber der Meinung, dass keiner dieser Ansätze die Mehrheit der Bevölkerung mitnimmt. Und dann landet man nur in akademischen Diskussionen oder reaktionären Debatten, und das bringt einfach niemandem was.
Ich bin aber der Meinung, dass keiner dieser Ansätze die Mehrheit der Bevölkerung mitnimmt.
Ich probiere in einem privaten, pseudonymen Onlinekonto eine leichte Abwandlung meiner Sprache aus. Ich habe aktuell keine Intention, die Bevölkerung mitzunehmen™. Ich sagte, ich sähe Vorteile beim Entgendern (nämlich, dass es Repräsention schafft, ohne, dass die Wörter länger werden, ohne umständliche Umschreibungen/Formulierungsänderungen und ohne Binneninterpunktion). Ich sagte nicht, dass ich dich zwänge, es mir gleich zu tun. Leben, leben lassen und Leben lassen.
Und ehrlich, das hat mit dem Thema des Artikels nichts zu tun.
Ach, geh. Ich glaube, dass das nahezu ausnahmslos Cis-Männer sind, wobei? Man weiß ja nie. Ich bin für Tätix.
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Das Problem der überproportionalen Gewalt durch
Migrantenarme, bildungsferne und ausgegrenzte Menschen ist realFTFY
Kausalität oder Korrelation? - Die Antwort darauf zeigt dann die Stellschrauben auf, an denen man drehen kann.
Sicherlich kann man seine Augen verschließen und einfach weiterhin irgendwie sozialpädagogisch herumwurschteln, wie man das halt so in den letzten Jahrzehnten so machte.
Wenn du mit dem „Herumwurschteln“ fehlende Sprachkurse, verständnislose Ausländerämter, Verbot von Erwerbsarbeit und eingeschränkte Wohnfreizügigkeit meinst, dann bitte nicht.
Diese Angebote gibt es, aber man muss sie annehmen, dem nachgehen, sich ein wenig kümmern. Kein Land der Welt stellt seinen Einwanderern so eine Infrastruktur an kostenfreien Angeboten zur Integration zur Verfügung.
Können wir einen “Einzelfallticker” machen für die Fälle in denen ein AfD Mitglied Schwachsinn verzapft oder schlicht lügt? Ich Frage weil ich unsicher bin ob die Serverkosten dafür vertretbar sind…
lch sagte nicht, dass ich dich zwänge, es mir gleich zu tun. Leben, leben lassen und Leben lassen.
Bin mir nicht sicher, weshalb du hier so defensiv wirst. In keiner Weise hatte ich auch nur impliziert, dass du mich hier zu irgendetwas zwingen würdest.
Und ehrlich, das hat mit dem Thema des Artikels nichts zu tun.
Auch ein Nachteil davon, neue Sprache zu verwenden, die bisher nicht existiert.
Sprache soll Kommunikation ermöglichen. Die Intention von Phettberg ist super, aber wenn man jedes Mal erst erklären muss, warum man neu erfundene Sprache verwendet, dann landet man eben sehr schnell in einer Meta-Konversation über die erfundene Sprache.




