• plyth ( plyth@feddit.org ) Banned from community
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      2
      ·
      10 months ago

      Es ist ein Anbietermarkt. Die Mieter zahlen was sie können. Steuererleichterung hilft nur, wenn die Vermieter im Wettbewerb stehen. Das Angebot muss dafür als erstes erhöht werden.

      • Melchior ( Melchior@feddit.org ) 
        link
        fedilink
        arrow-up
        2
        ·
        10 months ago

        Das Gesetz wurde 1990 abgeschafft und damit hatte der kommunale und genossenschaftliche Wohnungsbau wirklich Probleme. Das Resultat sieht man heute schon sehr gut.

        • plyth ( plyth@feddit.org ) Banned from community
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          1
          ·
          10 months ago

          Wofür braucht man Sozialwohnungen, wenn der funktionierende Markt Wohnungen zu Herstellungskosten und leichtem Gewinn vermietet? Ein Überangebot lässt Preise auf akzeptable Werte sinken.

          • Melchior ( Melchior@feddit.org ) 
            link
            fedilink
            arrow-up
            2
            ·
            10 months ago

            Wenn es ein Überangebot gibt, wird nicht zu Herstellungskosten und leichtem Gewinn vermietet, sondern die Vermieter machen im Durchschnitt verlust. Dann gehen einige pleite, die Wohnungen verfallen und man hat kein Überangebot mehr. Das geht nur wenn man gleichzeitig eine fallende Bevölkerung hat und damit auch die Nachfrage fällt.

            • plyth ( plyth@feddit.org ) Banned from community
              link
              fedilink
              Deutsch
              arrow-up
              1
              ·
              10 months ago

              Immobilien sind krisensicher. Daher werden Menschen immer versuchen, Immobilien zu besitzen. Das Vermieter pleite gehen ist genauso akzeptabel wie bei jedem anderen Unternehmen.

              • Melchior ( Melchior@feddit.org ) 
                link
                fedilink
                arrow-up
                2
                ·
                10 months ago

                Das Problem ist nicht das die Vermieter pleite gehen, sondern das die Wohnungen verfallen. Bei einem funktionierenden Markt ist Angebot = Nachfrage und wenn man ein Überangebot hat, dann muss das halt solange schrumpfen bis das wieder der Fall ist.

                Es ist auch nicht so, dass Immobilien krisensicher sind. China ist gerade in einer solchen Krise und die USA waren es auch vor 15Jahren. Das passiert. Immobilien können auch durch Naturkatastrophen oder Kriege zerstört werden. Also krisensicher sind die auch nicht. Natürlich werden Menschen immer versuchen sicheren Wohnraum zu haben, aber es gibt halt Grenzen. Wenn du das mal live sehen willst, gibt es in Ostdeutschland einige Regionen wo relativ viele verlassen Häuser sind, da die Bevölkerung schrumpft.

                • plyth ( plyth@feddit.org ) Banned from community
                  link
                  fedilink
                  Deutsch
                  arrow-up
                  1
                  ·
                  10 months ago

                  sondern das die Wohnungen verfallen

                  Essen verdirbt und wir haben Überproduktion. Im Idealfall sind Preise ohne sie noch niedriger. Aber wenn Immobilienpreise deutlich über Herstellungskosten liegen, ist das akzeptabel.

        • plyth ( plyth@feddit.org ) Banned from community
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          1
          ·
          10 months ago

          Wenn man statt Steuererleichterung einen weiteren Mitarbeiter für Baugenehmigungen einstellt, sollte es mehr Bauten geben und die Preise für alle fallen, und nicht nur für Leute mit erfülltem Anspruch auf eine Sozialwohnung.

          • Aequitas ( Aequitas@feddit.org ) 
            link
            fedilink
            arrow-up
            3
            ·
            10 months ago

            Mehr Mietwohnungen durch Privatleute und Unternehmen gibt es nur, solange man Geld damit verdienen kann. Und Geld damit verdient man nur, solange die Mieten so sehr steigen oder wenigsten gleich hoch bleiben. Der private Markt wird das Problem also nicht beseitigen können. Genossenschaften und Kommunen sind die einzige Möglichkeit. Und die bauen ja nicht nur Sozialwohnungen. Selbst wenn würde das aber die Nachfrage und damit den Preis auf dem Normalen Markt reduzieren.

            • plyth ( plyth@feddit.org ) Banned from community
              link
              fedilink
              Deutsch
              arrow-up
              1
              ·
              10 months ago

              Bei fallenden Mieten können auch Gewinne gemacht werden wenn man günstiger bauen kann oder Immobilien günstig aus Konkursmassen kaufen kann. Mieten müssen nur die Bau- und Verwaltungskosten decken. Steigende Mieten sind nur für Spekulanten wichtig.

              Selbst wenn würde das aber die Nachfrage und damit den Preis auf dem Normalen Markt reduzieren.

              Ja. Aber 10 freie Wohnungen dürften besser sein als eine Sozialwohnung.

              https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Baugenehmigungen/buw110.html#241726

              Was ist der begrenzende Faktor? Da europaweit Firmen in Deutschland bauen können, müssen es die Genehmigungen sein oder das ausgewiesene Bauland.

          • geissi ( geissi@feddit.org ) 
            link
            fedilink
            Deutsch
            arrow-up
            1
            ·
            10 months ago

            und die Preise für alle fallen

            Die Untergrenze für Mietpreise sind die Bau- und Betriebskosten.
            Da fließen Steuern mit ein, wieviele Baugenehmigungen die Stadtverwaltung ausstellt nicht.

              • geissi ( geissi@feddit.org ) 
                link
                fedilink
                Deutsch
                arrow-up
                2
                ·
                10 months ago

                Die Mietpreise liegen aber deutlich über der Untergrenze.

                In manchen Gebieten vielleicht aber zum Vergleich, hier mal eine Einschätzung:

                Um die Kosten hereinzuholen, müsste die Quadratmetermiete für eine neue Wohnung derzeit bei etwa 18 Euro liegen, schätzt die Kieler Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen.

                Haus und Grund [pdf] kommt auch auf das Urteil:

                Über alle Standorte hinweg zeigt sich, dass kaum Nettokaltmieten unter 20 €/m² realisierbar sind, wenn ein Neubau mit hohem Standard und marktüblichen Finanzierungskonditionen wirtschaftlich betrieben werden soll.

                Lobbyisten grundsätzlich gerne kritisch hinterfragen aber ich konnte jetzt keine Zahlen finden, die grundlegend was anderes aussagen.
                Und solange man die Baukosten nicht runter kriegt werden auch die Mieten nicht unter diese 18 bzw 20 Euro fallen.

                • plyth ( plyth@feddit.org ) Banned from community
                  link
                  fedilink
                  Deutsch
                  arrow-up
                  1
                  ·
                  10 months ago

                  Die Baukosten bekommt man nur per Wettbewerb gedrückt. Wenn jede Wohnung für 20 Euro pro qm vermietet werden kann, muss niemand innovativ sein, um Gewinn zu machen. Alle Personen mit Einfluss werden abhängig vom Verkaufspreis bezahlt.

                  Neubau mit hohem Standard

                  Der Standard ist natürlich ein grosser Einfluss, um den Preis zu senken. Es stimmt aber natürlich, dass die Möglichkeit für mehr Neubauten zu 20 Euro den Mietpreis nicht auf 10 Euro senken werden.

  • funkyB ( funkyB@feddit.org ) 
    link
    fedilink
    arrow-up
    10
    ·
    10 months ago

    Ich habe das Gefühl, die Lage ist echt verzwickt für alle Beteiligten, außer man ist Vermieter.

    Wir sind vor ca. 4,5 Jahren in eine 90 qm Wohnung gezogen (zwei Personen). Das ist nicht wenig Raum, die Miete ist gut, aber der Wohnraum ist ungünstig aufgeteilt. Wir würden gerne umziehen, aber es macht derzeit keinen Sinn. Wir wohnen in einem relativ neuen Gebäude mit Fahrstuhl, guter Schall- und Wärmedämmung, EBK, für etwas mehr als 25 % mehr Kaltmiete würden wir auf eigentlich alles von dem verzichten müssen, wenn wir in etwa den gleichem Raum wollen. Oder wir verzichten auf auf Wohnraum, bei gleicher Qualität, was null Sinn für uns macht.

    Und Randbemerkung: Es ist faszinierend, dass eigentlich immer die alten Leute bei dem Thema “zu wenig bezahlbarer Wohnraum” herangezogen werden. Das ist zwar nicht so gemeint (hoffe ich), kommt aber manchmal so rüber, als wären sie das Kernproblem. Wenn ich mir Eigentum erarbeitet hätte, würde ich genauso an meinen gewohnten vier Wänden und dem gewohnten Umfeld festhalten, in denen vermutlich ein Großteil meines Lebens stattgefunden hat und die mit sehr vielen Erinnerungen verbunden sind. Ein Umzug würde dahingehend Ungewissheit bedeuten und bei weniger Raum mehr kosten. Das macht null Sinn, außer es ist wirklich der eigene Wunsch. Und früher oder später wird der Wohnraum nun mal frei, denn niemand lebt ewig.

  • Aequitas ( Aequitas@feddit.org ) 
    link
    fedilink
    arrow-up
    5
    ·
    10 months ago

    Es gibt nur eine Möglichkeit, wie die Mieten sinken oder wenigstens stabilisiert werden können. Und das sind neue Wohnungen in relevanter Zahl. So viele, dass man als Mieter zu seinem Vermieter sagen kann: Ist mir zu teuer, ich zieh aus. Allerdings ist es unrealistisch, dass der Markt das liefern wird. Denn private Investoren bauen ja nur, wenn es sich lohnt. Und das tut es sich nur dann, wenn die Mieten nicht sinken, sondern sogar eher steigen. Der einzige Akteur, der also durch Neubau für sinkende Mieten sorgen kann ist der Staat (in Form von Bund, Ländern und Kommunen). Jede Partei, die ihren Wählern seriös versprechen möchte, dass die Mieten sinken, muss dafür sorgen, dass der Staat ein relevantes Gegengewicht zum Markt bildet und durch massenhaften Neubau (oder Enteignung) die Mieten drückt. Geboten wäre es ohnehin. Wir sind in einer Wirtschaftskrise und sparen wird alles noch schlimmer machen. Der Staat muss ohnehin mehr Geld ausgeben.

    Aber wir wollen ja lieber mehr Kampfpanzer und Soldaten, anstatt bezahlbaren Wohnraum.