• SapphireSphinx ( SapphireSphinx@feddit.org ) OP
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    7 months ago

    Der Irrsinn wird immer skurriler.

    Du hast einen Vertrag. Du erfüllst Deine Seite des Vertrages. Die Gegenseite erfüllt ihre. Jetzt sollst Du umsonst was drauf legen. Für Doitschland!!! Völlig verrückt. Eine Firma bei der du angestellt bist ist keine Familie und auch kein Freundeskreis. Wenn die was extra haben wollen können sie das gerne für lecker extra Euros kaufen, wenn ich es denn überhaupt im Angebot habe.

    • Zwuzelmaus ( Zwuzelmaus@feddit.org ) 
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      7 months ago

      Du erfüllst Deine Seite des Vertrages. Die Gegenseite erfüllt ihre. Jetzt sollst Du umsonst was drauf legen. […] Völlig verrückt.

      Einmal hatte ich einen Chef, der “etwas draufgelegt” hat. Er hat mich zeitweise nur alle paar Wochen getroffen (wegen Reisetätigkeit) und dann jedesmal ein hübsches Essen im Lokal spendiert. Einfach so, ohne weiter ein Wort darüber zu verlieren.

  • Wenn “Dienst nach Vorschrift” nicht ausreicht, liegt das nicht an zu geringer emotionaler Bindung. Emotionale Bindung an den Arbeitsplatz führt zu Schuldgefühlen führen zu Ausbeutung. “Dienst nach Vorschrift” ist nicht zu wenig, sondern das, was vereinbart und vertraglich bzw. in Dienstanweisungen festgehalten wird.
    Wie sieht das denn umgedreht, aus Angestelltensicht aus? Die Lebenshaltungskosten steigen, die Löhne aber steigen nicht im gleichen Maße. Die Sorge vor Altersarmut und sozialem Abstieg steigt deswegen.
    Warum sollten Arbeitende sich extra Mühe geben, wenn das nicht honoriert wird, wenn man trotzdem am Monatsende den Euro dreimal umdrehen muss?
    Loyalität muss verdient werden. Wer sie einfordert, verliert.

    • A_norny_mousse ( A_norny_mousse@piefed.zip ) 
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      7 months ago

      Ich habe minutenlang überlegt wie ich meine Antwort formuliere und du hast es besser auf den Punkt gebracht als ich könnte.

      Wenn der Betrieb alles auf “Streamlining” ausrichtet (lies: wie können noch weniger Leute noch mehr “erledigen”) wirkt sich das natürlich negativ auf die Arbeitsmoral aus. Und die ganzen Motivationspredigten gehen meist nur in eine Richtung: wir sind eine grosse Familie, deswegen müsst ihr jetzt noch mehr leisten. Die Austerity-Lüge in klein.
      Viele flechten dann Versprechen mit ein, die bei genauerem Hinsehen aber zerbröseln weil sie nicht bindend sind.

      Mir ist das vor ein paar Jahren passiert - direkt nach Korona - und ich habe dann gekündigt wofür mich der Staat dann natürlich auch noch bestraft hat.

      Und das im sozialen Sektor wo diese Art von Streamlining doppelt sinnlos ist.

      Seitdem habe ich gute und schlechte Betriebsführung gesehen und es ist ein bisschen traurig wie viele in meiner Branche solchem Narrativ trotzdem auf den Leim gehen.

  • D_a_X ( D_a_X@feddit.org ) 
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    7 months ago

    „Geringe emotionale Bindung ist kein Einstellungs-, sondern ein Führungsproblem“

    Wenn ich meinem Vorgesetzten 2x erzählt habe, dass ich mit den übertragenen Aufgaben fertig bin und die nächste Aufgabe brauche und es passiert dann nix, dann beschäftige ich mich halt selber.

    • D_a_X ( D_a_X@feddit.org ) 
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      7 months ago

      Das ist übrigens der Grund, dass ich hier in letzter Zeit weniger poste. Ich bin nicht mehr angestellt und zu Hause hab ich mehr zu tun, als am PC Präsenz zu zeigen. 😝

  • JensSpahnpasta ( JensSpahnpasta@feddit.org ) 
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    7 months ago

    Aus dem Artikel:

    Allerdings geben die Gallup-Experten dafür weniger den Mitarbeitern, als der jeweiligen Unternehmensführung die Schuld. „Geringe emotionale Bindung ist kein Einstellungs-, sondern ein Führungsproblem“, sagte Studienleiter Marco Nink. „Hier liegt erhebliches Potenzial brach. Emotionale Mitarbeiterbindung ist kein Nice-to-have, sondern ein harter Wettbewerbsfaktor. Sie erhöht die Produktivität und senkt Kosten, indem sie Fehlzeiten und Fluktuation reduziert“, betonte er. „Viel zu viele Beschäftigte in Deutschland arbeiten jedoch im Energiesparmodus, trotz des insgesamt positiven Urteils über ihre Arbeitsbedingungen.“

    Es ist also ein Problem der Chefetage. Wer schon mal in einer Firma mit vielen Mitarbeitern, die wirklich ausgecheckt waren, gearbeitet hat, kennt das leider. Da läuft dann nicht mehr viel und Veränderungen sind unglaublich schwierig. Das führt dann auch dazu, dass es keine Veränderungen mehr gibt, und dass vor allen Dingen auch alle nötigen Veränderungen Jahre zu spät kommen. Das kann eine ganze Firma in den Ruin treiben.

    Unterhaltet euch einfach mal mit Menschen über ihre Arbeit und im Zweifelsfall werden sie euch mehrere Stunden lang erzählen, was alles schiefläuft und was man wie besser machen könnte. Und das ist natürlich eine gehörige Energie und ein gehöriges Innovationspotenzial, was man als Firma heben kann. Der Mensch unten an der Maschine, der Mensch am Schreibtisch, die Außendienstler draußen wissen genau, wie die Lage ist. Und es macht absolut Sinn, dass eine Firma in der Lage ist, dieses Feedback irgendwie umzusetzen. Sei es, dass sie Prozesse anpassen, sei es, dass sie Produkte entwickeln auf Basis genau dieses Feedbacks, oder dass sie kleine Stellschrauben anpassen.

    Hast du dann aber nur Mitarbeiter, die kommen, ihren Krams machen und wieder gehen, strikt nach Anweisung und eine Chefetage, die nicht auf ihre Mitarbeiter hört, dann ist das natürlich absolutes Gift. Die meisten Firmen leben eben doch von den kreativen Ideen und Vorschlägen ihrer Mitarbeiter.

    • A_norny_mousse ( A_norny_mousse@piefed.zip ) 
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      7 months ago

      Gut dass sich das im Artikel findet. Die Schlagzeile spiegelt es leider nicht.

      Geringe emotionale Bindung ist kein Einstellungs-, sondern ein Führungsproblem. (…) Hier liegt erhebliches Potenzial brach.

      Richtig; aber leider erinnert mich das an gewisse Verarschungs Motivationsreden die viele von uns wahrsch. schon mal von oben herab bekommen haben.

    • Du hast dir aber den Arsch aufzureißen, den es gibt bestimmt andere, die das machen würden… diese Aussagen sollen doch nur Unsicherheit bei den Arbeitern schüren, damit diese Angst haben, ihren Job zu verlieren, wenn sie nicht 120% geben!

  • Dienst nach Vorschriften ist ein typisches Zeichen einer kriese im Sinne von Streit < Konflikt < Kriese. Ich denken, dass es durchaus möglich ist und auch erfüllend sein kann mehr zu tun. Was nicht heißen soll, dass es jedermanns ding ist. Ich denke dass vor 30 Jahren diese arbeitsbereitschaft da war, die Rahmenbedingungen aber vollkommen anders waren und es deshalb akzeptiert wurde (was auch weit verbreitetem Sexismus zu verdanken war.)

    Warum hat man das damals gemacht? Sicher auch brainwashing, aber am Ende des Tages stand hinter der Arbeit ein solides Leben.

    Heute müssen beide Eltern einer klassischen Familie arbeiten. Nach steuern für die Bildung aller und Sozialabgaben für Renten und Sozialversicherung darf man dann noch 1/3 vom netto an miete zahlen, damit irgend ein boomer am anderen Ende Deutschlands sich seinen Ruhestand versüßt und in seiner 50 Jahre alten Immobilie mieten erhöht ohne auch nur das nötigste gegen den überall entstehenden schimmel zu tun.

    Und dann stellt sich noch ein Kanzler hin und meckert über die ganzen Minderheiten und Lifestyle teilzeitler. Das ist eon konsequentes gegen die Wand fahren der Gesellschaft durch die beiden großen Volksparteien weil man ja an “die Wirtschaft” denken muss. Wie soll denn Wirtschaft ohne Gesellschaft und der damit einhergehenden Kooperationsbereitschaft gehen ihr idioten da oben?

    • Warum hat man das damals gemacht? Sicher auch brainwashing, aber am Ende des Tages stand hinter der Arbeit ein solides Leben.

      Das ist einfach nur das verklärte Bild vom “Früher war alles besser”. War es aber nicht.

      Früher ist mal einer länger geblieben, aber auch nur, um sich im Betrieb noch das neue Geländer fürs Treppenhaus zusammenzuschweißen, die Lehrbücher für die Kinder zu kopieren oder einfach nur beim Feierabendbierchen zu lästern.

      Gegenüber heute hatte man auch einfach nicht die Mittel. Wenn einer in Urlaub war, war er halt weg. Kein Handy, kein eMail, kein WhatsApp um mal schnell durchzuklingeln, wenn die Hütte brennt. Da musste man sich dann anders behelfen, oder es halt einfach liegen lassen.

      Die Erwartungshaltung, dass alle zum Spaß einfach so mehr machen, wurde noch nie erfüllt.

      • Das ist einfach nur das verklärte Bild vom “Früher war alles besser”. War es aber nicht.

        Und dann

        Früher ist mal einer länger geblieben, aber auch nur, um sich im Betrieb noch das neue Geländer fürs Treppenhaus zusammenzuschweißen, die Lehrbücher für die Kinder zu kopieren oder einfach nur beim Feierabendbierchen zu lästern.

        Klingt schon ein bisschen so als sei es früher besser gewesen. Vorschriften nach Dienst heißt machen was man gesagt kriegt. Wenn früher die Möglichkeit bestand ein solides Leben mit der erbrachten Arbeit zu leben, und diese Arbeit mit Respekt einherging, war das sicherlich motivierend und man hatte die Möglichkeit sich durch einbringung selber zu verwirklichen. Das ist mein Gedanke

  • sp3ctre ( sp3ctre@feddit.org ) 
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    7 months ago

    “Wenn du so tust, als würdest du mich richtig bezahlen, tue ich so, als würde ich richtig arbeiten.”

    Finde ich aber eigentlich alles nicht verwunderlich. Von Arbeitgeberseite kommt halt nicht selten einfach nur der allseits bekannte Obstkorb. Hatte hier mal einen Arbeitgeber, der halt so Snacks wie Snickers o.Ä. im Pausenraum aufgestellt hat, die man dann dort einzeln zu überteuerten Preisen kaufen kann und das wurde dann als Mitarbeiter-Benefit dargestellt.

    Es werden auch gerne Meetings abgehalten, in denen von den Arbeitnehmern konstruktive Kritik an der Arbeit angebracht werden darf. Aber wenn man jetzt denkt, es würde sich tatsächlich etwas ändern, wird man nur enttäuscht.

    Es drängt sich der Eindruck auf, als wäre alles ein Manöver, was man in der Führungskräfte-Schulung lernt um zu zeigen “Wir sehen, dass ihr unzufrieden seid.” in der Hoffnung, dass allein das gegenüber den Arbeitnehmern reicht und dass sie nicht merken, dass sich trotz des tollen Meetings absolut gar nichts verändert.

    In meinem Leben habe ich einfach lauter Pfeifen erlebt, die wirklich alle “ganz toll reden” können, aber wenn man mal tiefer in die Gespräche einsteigt, sind es alles nur leere Menschenhüllen, die schnell die Karriereleiter hoch wollen. So viel zum familiären Klima. Ist doch alles nur ein Witz.