Die Spitzenpolitik scheint noch nicht zu einer abschließenden Beurteilung der Initiative gekommen zu sein - missbilligt aber mit klaren Worten jegliche Gewalt.

Darunter noch einige Stimmen verschiedener Parteivertreter, von denen sich die meisten nicht auf die berechtigten und gewaltfrei kommunizierten Anliegen der 120.000 Demonstrierenden beziehen, sondern auf heraufbeschworene Gewaltexzesse einzelner (nach den eigentlichen Demonstrationen).

  • Lemmchen ( Lemmchen@feddit.org ) 
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    8 hours ago

    Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) verurteilte die Krawalle nach den Demos und machte “gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu” verantwortlich. “Die Randalierer und Plünderer werden identifiziert und zur Rechenschaft gezogen”, kündigte er an. Zugleich lobte er das Agieren der Sicherheitskräfte. “Gewaltexzesse wie in Paris wurden dank unserer hoch engagierten Polizeikräfte verhindert”, sagte Dobrindt. Das Einsatzkonzept der Polizei sei aufgegangen.

    Wie kann man so ein HuSo sein?

      • Ooops ( Ooops@feddit.org ) 
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        5 hours ago

        Wenn man keine Fakten hat (“[…] werden identifiziert werden”), aber schon sicher weiß, dass die bösen Migranten schuld sind, gibt es dafür Worte: Rassismus und Fremdenfeidnlichkeit

        Wenn man bereits im Vorfeld wochenlang angebliche Gewaltexzesse herbeiphantasiert, massiv überreagiert (Polizisten in voller Montur gegen Familien mit Kindern, Wasserwerfereinsatz gegen einen brennenden Mülleimer, spontanes Verbot eines angemeldeten Protestzuges wegen einzelnen Vermummter etc.) nur um hoffentlich Gewalt zu provozieren, und dann noch behauptet, dass dieser Einsatz Gewaltexzesse verhindert hätte, ist man entweder geisteskrank wahnhaft oder ein propagandistischer Lügner – die Entscheidung, was zutrifft, überlasse ich dir.

      • derfwax ( derfwax@feddit.org ) 
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        7 hours ago

        Dass er ein rassistisches Arschloch ist? Migrantisches Milieu. Gewaltbereite linke Gruppen. Hat er in seinem ganzen Leben schon mal von gewaltbereiten rechten Gruppen gesprochen? Dieses Framing ist zum kotzen.

        • smub ( smub@feddit.org ) 
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          7 hours ago

          Also ja, aber diese Spaltung in gute Protestierende (friedlich, weiß, nicht radikal) und böse Protestierende (gewalbereit, migrantisch, radikal) macht doch genz-regelt selbst mit, indem sich von jeglicher Gewalt distanziert wird. Klar meinen sie das nicht rassistisch und antilinks, aber was halt bei denjenigen ankommt ist “ihr sollt bei uns nicht mitmachen”, weil es halt im Kontext der aktuellen rassistischen Hetze und umgreifender antilinker Rhetorik gesagt wird.

          Deswegen habe ich nach gefragt, weil für mich die Paralellen so stark sind und ich nicht ganz checke, warum die irgendwie von anderen nicht so bewertet werden.

          • Pferdekuss ( Pferdekuss@feddit.org ) 
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            5 hours ago

            Da erzählt ein Innenminister in Deutschland was von Menschen aus dem „gewaltbereiten immigrantischen Milieu“ und dir kommt das nicht direkt im Strahl?

            Diese absurde Panikmache im Vorfeld der Demos war auch komplett daneben. Schön allen Angst machen, dass es da knallt, damit auch schön viele lieber zu Hause bleiben.

            Auch dann die absolut gerechtfertigten Demonstrationen im gesamten Bundesgebiet zu deligitimieren, indem man sie komplett mit vergleichsweise kleinen Konfrontationen insbesondere NACH den Demos verknüpft finde ich komplett daneben.

            Ich selbst war auf einer der Demonstrationen und es war absolut friedlich von Seiten der Protestierenden. Das dann den Ordnungskräften zuzuschreiben ist dann auch nur noch arrogant.

            Ich hoffe sehr, dass in Zukunft mehr Menschen auf die Straße gehen und dafür einstehen, was aus ihrer Sicht moralisch richtig und wichtig ist. Ich freue mich drauf, euch dort zu sehen!

            Edit: Um nochmal ein wenig auf deinen Kommentar einzugehen, nachdem ich mich erstmal ausgekotzt habe - Aus meiner Sicht absolut nicht vergleichbar, da es bei den Demos jetzt darum gehen muss, die Menschen zu erreichen und zu mobilisieren. Das kann für die große Masse aus meiner Sicht hier in Deutschland nicht über Gewaltaufrufe statt finden.

            Ich habe mich übrigens von der Demo auch als nicht Gen Z angesprochen gefühlt, weil es um den Zweck der Demo geht und nicht irgendein quarkiges Gatekeeping. Wird Zeit, dass wir uns auf das Ziel konzentrieren und den Rest bei Seite lassen.

      • derfwax ( derfwax@feddit.org ) 
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        7 hours ago

        Und die hervorragende Polizei hat Gewaltexzesse verhindert, schon klar. Ich gehe nicht davon aus, dass es mehr Gewalt gegeben hätte, wäre gar keine Polizei da gewesen.

        • smub ( smub@feddit.org ) 
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          7 hours ago

          Glaube schon dass es mehr Sachschaden gegeben hätte, aber dafür sicherlich weniger Verletzte Menschen. Ersteres zählt für mich auch nicht wirklich als Gewalt, deswegen würde ich das auch so wie du sehen.

      • Ich habe kein Problem damit, wenn man die Verantwortlichen identifizieren und zur Rechenschaft ziehen will, das erwarte ich in einem Rechtsstaat auch. Aber mit der Attribuierung sollte man sich zurückhalten, bis man sicher weiß, wer wirklich verantwortlich ist und es auch beweisen kann. Erst recht, wenn es sonst danach klingt, dass man vorschnell ohne Ermittlungserkenntnisse nur Narrative der Administration der USA nachplappern würde.

  • smub ( smub@feddit.org ) 
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    8 hours ago

    Seinen Angaben zufolge besteht das Organisationsteam derzeit aus fünf Personen, drei davon wollten anonym bleiben.

    “Wir stehen für friedlichen Protest, demokratische Werte und das Recht, unsere Meinung frei zu äußern. Gewalt war und ist niemals Teil unserer Bewegung.”

    Vielleicht sollten 5 Personen aufhören für die sechstellige Zahl an Protestierenden zu sprechen.

      • smub ( smub@feddit.org ) 
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        8 hours ago

        Ich bin halt gegen die Befriedung von Protesten, besonders wenn es aus Teilen der Bewegung selbst gemacht wird. Hilft niemanden immer schön das zu machen was die Politik sich wünscht.

        • Ich finde es in diesem Fall sogar sehr zielführend eine Botschaft zu vermitteln, mit der sich das historisch gewachsen eher wenig protest- bzw. gewaltbereite Deutschland identifizieren kann. Sonst wäre es womöglich garkeine sechsstellige Zahl geworden oder das ganze Vorhaben vorsorglich im Keim erstickt.

          • smub ( smub@feddit.org ) 
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            7 hours ago

            Also kann man ja verschiedener Meinung sein, was “besser” wäre. Nur ist es halt ein Unterschied ob sowas irgendwie gemeinschaftlich entschieden wird oder durch eine kleine Anzahl Menschen, die bisher noch niemanden wirklich Rechenschaft schuldig sind. Was ja mein Ausgangspunkt war. Und wie sich an einigen Orten gezeigt hat, es gibt eine nicht unerhebliche Menge an jungen Menschen in den Protesten, die sich diese Friedlichkeit nicht wünschen, sonst hätten sie nicht gemacht was sie gemacht haben (Feuer, Pyro, Dinge werfen, versuchen trotz Laufverbot zu laufen usw)

            Ich bin ja auch gar nicht gegen friedliche Proteste, ich bin nur dagegen gezielte Gewaltlosigkeit immer und immer wieder durchsetzen zu wollen und damit die eigene Seite in gewisser Weise auch zu zensieren.

            • Ich bin auch nicht für Gewaltlosigkeit um jeden Preis, ich glaube eine gewisse Militanz ist notwendig, um Ziele zu erreichen. Wenn aber eine Demo friedlich angekündigt ist, dann sollten sich alle daran halten. Den Schutz der Masse für Gewalt zu nutzen und damit die ganze Demo zu einem unsicheren Raum zu machen ist ableistisch und autoritär.

              Wenn 5 Leute diese Demo organisieren und sie unter einen Aktionskonsens stellen, dann kann man sich doch bitte daran halten. Wenn Leuten das nicht passt, können sie ja selber eine Demo oder Kleingruppenaktion organisieren.

              • smub ( smub@feddit.org ) 
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                6 hours ago

                Genz-regelt hat maximal 5 der dutzenden Demos tatsächlich organisiert, kann man ja auch auf deren Website sehen.

                Wenn 5 Leute diese Demo organisieren und sie unter einen Aktionskonsens stellen, dann kann man sich doch bitte daran halten.

                Finde ich es schwierig das als Aktionskonsens zu bezeichnen. Eben weil 5 Leute weder an allen Orten dabei sind noch irgendwie einen gemeinscaftlichen Prozess der Aushandlung gemacht haben. Für mich wirkt es eher wie ein ziemlich großes Machtinstrument im Gerangel darum wie sich die Bewegung formiert und was als Aktionen “okay” sind.

                Den Schutz der Masse für Gewalt zu nutzen und damit die ganze Demo zu einem unsicheren Raum zu machen ist ableistisch und autoritär.

                Die Demo war ja wegen der Polizei eh ein unsicherer Raum, finde das bisschen zu binär in der Formulierung. Trotzdem unsolidarisch durch eigene Aktionen andere mehr als nötig in Gefahr zu bringen, wünsche ich mir auch gar nicht.

        • Dennoch gibt es keinerlei Diskrepanz zwischen dem, was die Organisatoren der Demonstrationen an Werten und Selbstverständnis kommunizieren und dem, was die Demonstrierenden umsetzen. Deine Forderung ist also komplett unbegründet.

          Wenn du gewaltvollen Protest willst, geh los, organisiere welchen und beobachte, wie viele und wer sich dem anschließt. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.

          • smub ( smub@feddit.org ) 
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            6 hours ago

            Dennoch gibt es keinerlei Diskrepanz zwischen dem, was die Organisatoren der Demonstrationen an Werten und Selbstverständnis kommunizieren und dem, was die Demonstrierenden umsetzen

            Ebend doch? Es ist doch ziemlich offentsichtlich, dass die “Organisatoren der Demonstrationen” mit Gewaltfreiheit meinen, dass man ja nichts unanständiges macht wie bspw. Pyrotechnik, Barrikadenbau oder Ignorieren von Demonstrationsverboten. Was aber alles Dinge sind, die aus den Versammlungen von heraus von Teilnehmenden entweder noch währenddessen oder direkt im Anschluss passiert sind.

            • Du kannst also gedankenlesen? Beeindruckend.

              Abgesehen davon gibt es immer Einzelne (oder auch einzelne, kleine Gruppen), die sich nicht an so einen Konsens halten. Daraus abzuleiten, dass bei 120k Teilnehmenden dieser Konsens nicht existiert habe, ist anders wild.
              Ich verrate dir mal ein kleines Geheimnis: die allermeisten Demonstranten wollen friedlich demonstrieren.