“Ich wäre gerne Millionär denn eine Mille würde reichen, dann könnt ich mir vielleicht eine Zwei-Zimmer-Wohnung leisten!”
-Juse Ju
Denkt doch bitte einer mal an die Wirtschaft! Die arme Wirtschaft!
Aber die bösen Kommunisten sollen ja nicht die Wohnungen verstaatlichen
Wie senkt das die Mieten ausser für die Priviligierten, die in enteigneten Wohnungen leben?
In Berlin gilt eine Mietpreisbremse. Eine Senkung der Miete in den vergesellschafteten Wohnungen senkt die ortsübliche Vergleichsmiete und somit die Miete auch in nicht vergesellschafteten Wohnungen.
wie lang bis wir wieder arbeiterwohnungen auf fabriksgeländen sehen?
Hier wird das auf berufliche Mobilität gemünzt: Aber am Ende ziehen gerade diese hohen Mieten (und die Benzinpreise gerade) genau das frei verfügbare Einkommen aus der Gesellschaft. Ihr kennt den Mechanismus: Da habt ihr irgendwie ein ganz okayes Einkommen, könnt etwas sparen und ein paar hundert Euro den Monat auf den Kopf hauen. Dann kommt der Vermieter um die Ecke und haut euch eine Mieterhöhung rein. Oder ihr habt gar einen dieser tollen Indexmietverträge, die automatisch mit der Inflation steigen. Dann steigen die Ölpreise und eure Heizung wird teurer. An der Tankstelle fließt ein größerer Teil eures Einkommens jetzt an den Tankwart. Die Produkte in den Supermärkten werden auch teurer. Und in Rekordzeit habt ihr dann plötzlich keine paar hundert Euro mehr zur freien Verfügung und es wird knapp. Weil Wirtschaftslage gibt der Chef auch nicht mehr raus. Dann spart ihr plötzlich an diversen Ecken, geht nicht mehr in die Gastro, spart euch den Kinobesuch, ihr greift zu den günstigeren Lebensmitteln und so geht dann irgendwie die Luft aus einer ganzen Volkswirtschaft.
“Berufliche Mobilität” ist auch hochgradig asozial. Da wird erwartet, dass Leute ihr soziales Umfeld verlassen, nur um so etwas nebensächlichem, wie einem Arbeitsplatz nachzujagen. Wie wäre es, eine Gesellschaft zu haben, in der Leute wohnortnah arbeiten können?
In dem man eventuell nicht die Probezeit schafft, weil der Vorgesetzte einen nicht mag oder man nach einem oder zwei Jahren aus Personalkosteneinsparung gekündigt wird und dann ist man in einer fremden Stadt, wo man kaum jemanden kennt und hat Geld dafür ausgegeben, einem Job nachzujagen, der einem vielleicht ein minimales Plus gegeben hat.
Das hängt halt auch am Anspruch an den Arbeitsplatz. Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen und hab da studiert bis zur Promotion. Leider ist dann einfach Ende denn in der ganzen Region gibt es keine (bzw. kaum) Jobs für Promovierte. Und wenn man halt jahrelang während der Ausbildung nichts verdienen konnte braucht man halt einen passenden Job+Gehalt um nicht völlig abgehängt zu werden. Zumindest wenn man so abgehobene Lebensziele hat wie Familiengründung.
Ich hatte 2018 bis 2025 einen Indexmietvertrag. Über den Zeitraum ist unsere Miete weniger gestiegen als der Mietindex hier im Stuttgarter Speckgürtel.
Bereinigte Wirtschaftsleistung pro Kopf in den letzten Jahrzehnten: + ~250%, Steigerung der bereinigtne (Real-)Löhne hingegen im niedrigen 2-stelligen Bereich. (Ja, das heißt inzwischen verschwinden mehr als 2/3 der Arbeitsleistung und nur noch auf den Rest werden Abgaben erhoben, die das Sozial-, Renten- oder Gesundheitssystem betreiben sollen.)
Aber klar… es sind die Mieten, die dem Bürger nicht erlauben dank “beruflicher Mobilität” noch mehr für wenig Geld zu arbeiten und damit der armen “Wirtschaft” schaden.
Meine Schwester meinte vor kurzem zu mir, das ich mit 2400€ Netto Gehalt nicht gut leben könnte. Da hatte ich sie noch belächelt. Dann schaue man sich in Großstädten die Mieten an und eine 2 Zimmer Mietwohnung kostet schon 1500€ kalt.
Kleine 12m² Wohnungen gibt es auch schon 800 kalt. Wie großzügig.
Der Gewinn der aus Wohnungen gezogen wird muss gedeckelt sein. Auch mehr Sozialbau ist nötig um den Mietspiegel unten zu halten. Aber ich denke das wird hier nicht passieren.
Deutschland hat ein Feudalismusproblem
Hat an sich nix mit Feudalherrschaft zu tun. Es ist der reinste Kapitalismus.
Wer hätte das ahnen können. (\s)
Um dieses Ungleichgewicht zu korrigieren, schlagen die Ökonomen vor, Grundstückseigentümer und Bauherren stärker an den Infrastrukturkosten zu beteiligen. Denkbar wäre eine sogenannte erweiterte Infrastrukturkostenumlage oder ein Planungswertausgleich.
Ich denke das geht eleganter und Kommunen könnten das auch direkt tun. Die gesetzliche Grundlage ist gelegt. Im verlinkten Blogpost geht es um Baden-Württemberg, aber auch in anderen Bundesländern müsste es funktionieren. Die Option Baulandsteuer alias Grundsteuer C kann jede der über 10.000 Kommunen in Deutschland selbst einführen. Stand 2025 haben das nur 14 getan.










