Als Anhänger der Grünen wundere ich mich über den Plan der CDU, nach dem Wahlsieg der AfD in Sonneberg die Grünen stärker anzugehen. Anstatt der AfD, aber gut, man ist ja einiges gewöhnt.

Nun soll man ja gelegentlich ehrlich reflektieren, ob man an manchen Problemen tatsächlich eine Mitverantwortung hat, um das in Zukunft abzustellen. Vielleicht war die grüne Politik zu Beginn der Scholz-Regierung einfach etwas zu hektisch oder zu schnell? Nachdem während Merkel I-IV nicht viel passierte, muss man aus grüner Perspektive natürlich sehr schnell sehr viel aufholen. Aber viele im Land könnten sich davon überrumpelt fühlen.

Wenn ihr Spindoktor in der grünen Parteizentrale wärt, was würdet ihr am grünen Stil korrigieren wollen?

  • SomeDude ( ProcurementCat@feddit.de ) 
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    40
    ·
    3 years ago

    Gar nicht. Dass Konservative Linken die Schuld geben, wenn sie rechtsextremer werden und mit Rechtsextremen zusammenarbeiten wollen, hat in Deutschland gute Tradition.

    Sonneberg ist der Landkreis von Maaßen. Als er kandidiert hat, hatte er natürlich einen Rechtsrutsch gegenüber den vorherigen CDU Kandidaten dargestellt. Das Ergebnis? In keinem anderen Wahlkreis gewann die AfD mehr dazu.

    Wenn die CDU ne Wahl gegen die AfD verliert, sollte sich die CDU vlt. mal von der AfD abheben anstatt Grünenbashing zu betreiben.

  • Ich würde stärker auf unsinnige Kritik reagieren. Den Grünen fehlt es meiner Meinung nach häufig an klaren Worten für den politischen Gegner.

    Mag sein, dass die Partei die Union nicht als Gegner sehen will, aber die Union tut das seit Jahren. Der Erfolg der AfD ist auch eine Konsequenz des Populismus der Union. Denn damit legitimiert die Union die Positionen der AfD. Dazu kommt, dass Sachen zu Problemen aufgebauscht werden, die keine sind, etwa das Dragkünstlerinnen Kindern Bücher vorlesen.

    Die Grünen müssen ein bisschen mehr “Entertainer” werden, dabei aber den Bezug zu rationaler Politik nicht verlieren. Das ist nunmal inzwischen der Politikstil in Deutschland.

  • rumschlumpel ( ichmagrum@feddit.de ) 
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    29
    ·
    3 years ago

    Unter Umständen könnte es helfen, wenn man weniger ankündigt, was dann von den Koalitionspartnern wieder deutlich abgeschwächt wird. Nachteil davon ist, dass das bei den eigenen Stammwählern den Eindruck erzeugt oder verfestigt, dass man nicht genug tut und daran nicht nur die Koalitionspartner schuld sind.

    Aber was die Grünen wirklich brauchen, ist eine linksgrüne Version der BILD die auch ähnlich erfolgreich ist wie die BILD. Wie schwer kann es sein, “volksnah” gegen Konzernchefs und korrupte Politiker aus CxU, FDP, AfD zu wettern?

    • heeplr ( heeplr@feddit.de ) 
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      18
      ·
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      3 years ago

      Dies. Und noch mehr repetitiv, einfach und eingängig erklären.

      Es bringt z.B. nichts, wenn man beim “Heizhammer” nur einmal kurz darlegt, dass die Heizwende in teilen Europas schon seit Jahren im Gange ist und Deutschland hinterherhinkt. Und das dann auch nur in irgendeiner TV-Sendung kurz vor Mitternacht.

      • rumschlumpel ( ichmagrum@feddit.de ) 
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        11
        ·
        3 years ago

        Ehrlich gesagt konsumiere ich solche Inhalte zu selten, als dass ich das wirklich bewerten könnte. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob das beim AfD-Publikum deutlich anders ist. Wer schaut sich schon freiwillig Reden von Politikern an, oder noch schlimmer Polit-Talks? Die Quelle dieser Leute ist ja nicht eine Rede von Habeck, die ihnen nicht gefällt, sondern die BILD oder irgendwelchen Telegramm-Kanäle (bzw. halt diese Inhalte aus zweiter Hand auf Facebook und Co. oder am Stammtisch), die einfach dreiste Lügen darüber verbreiten, was grüne Politiker sagen oder wollen.

        Anders kann man glaube ich schwer erklären, dass viele Leute denken, dass z.B. Gasheizungen 2025 komplett verboten werden sollen (inkl. der schon eingebauten, die nicht defekt sind).

        • heeplr ( heeplr@feddit.de ) 
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          5
          ·
          3 years ago

          Es geht ja nicht um die paar Abgehängten, sondern um die restliche Mehrheit, die den leeren Floskeln und Untergangsprophezeiungen im Freundes- und Bekanntenkreis nichts entgegensetzen können.

          Ausserdem ist die BILD immernoch sehr populär und kann so natürlich relativ ungeniert einseitig “berichten”.

          • rumschlumpel ( ichmagrum@feddit.de ) 
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            ·
            3 years ago

            Ich glaube nicht, dass man Leute mit rationalen Argumenten überzeugen kann, die ihre Überzeugung durch irrationale Argumente erhalten haben. Wobei man da auch unterscheiden muss zwischen den “echten” Protestwählern, die einfach nur AfD wählen, um punk zu sein, und denen, die die AfD tatsächlich gut finden. Die erste Gruppe wäre zwar Argumenten wohl noch etwas zugänglicher, aber andererseits haben die Grünen diesen Leuten meistens recht wenig zu bieten, da sie halt insgesamt keine besonders soziale Politik machen (allein schon dadurch, dass sie oft Koalitionen mit CDU oder FDP bilden, und Hartz IV haben sie ja damals auch durchgewunken).

            • heeplr ( heeplr@feddit.de ) 
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              3 years ago

              Ich glaube nicht, dass man Leute mit rationalen Argumenten überzeugen kann, die ihre Überzeugung durch irrationale Argumente erhalten haben.

              Ich weiß, daß das geht. Und wie gesagt sind die auch nicht Zielgruppe von Politik. Das kann dann nur der öffentliche Diskurs stemmen.

              andererseits haben die Grünen diesen Leuten meistens recht wenig zu bieten

              Kann ich nicht nachvollziehen. Gerade auf Kreisebene sind die Auswirkungen recht gut spürbar. Z.B. massive Fördermittel für die Schaffung von Begegnungsräumen, mehr Radwege etc. Und natürlich eine lebenswerte Umwelt generell (man denke an Entschwefelung & Waldsterben, vergiftete Flüsse usw. in den 80ern).

              Klar, unmittelbare Geldgeschenke an den Wähler gibt es bisher wenig, obwohl das mit dem Klimabonus eigentlich geplant ist (oder war?)

              Hartz IV haben sie ja damals auch durchgewunken)

              Vor allem haben sie es abgeschafft.

      • rumschlumpel ( ichmagrum@feddit.de ) 
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        6
        ·
        3 years ago
        1. eine Zeitung ist keine Partei

        2. BILD ignoriert die Korruption der nicht-linken Parteien praktisch komplett, also wo ist da überhaupt das Problem? Wir reden hier nicht von gutem Journalismus, sondern von Propaganda.

  • Die Grünen wollen Klimapolitik betreiben (zumindest weitaus mehr als alle anderen im Bundestag). Dies jetzt so spät noch zu tun kostet aber und würde sich auf unseren Lebensstandard auswirken. Nicht zu viel, eigentlich, aber genug damit ein Haufen an “Boomern” komplett frei dreht. Zu dem Thema kommt auch noch die Tatsache, dass ein anerkennen des Klimawandels dazu führen würde, dass man mit seinem bisherigen Lebensstil, seinem bisherigen Leben, mitverantwortlich für den Klimawandel wäre. Bisher haben sich diese Generationen als Erschaffer des Wohlstands gesehen, den Generationen denen die jungen Menschen dankbar sein sollten. Nun wird man aber plötzlich als Anfang des Endes tituliert und lässt das entsprechend an der undankbaren Jugend aus, während man Parteien wählt, die vom guten alten Deutschland propagieren, in denen täglich Steak, Verbrennungsmotoren und Kohlekraftwerke zum guten Ton gehören.

    • Exakt das

      Sie sind die einzigen die die Realität anerkennen und Maßnahmen ergreifen wollen die zu einer zukünftigen Sicherung des Lebensstandards führen könnten.

      Das hat aber aktuell ein paar Anpassungen and eingesessenen Routinen zur Folge und wenn man hinterfragt ob 3 Autos pro Haushalt und jeden Tag Fleisch sowie 2x im Jahr in den Urlaub fliegen wirklich nachhaltig sein kann oder wir damit massiv auf Kosten der Zukunft leben dann fühlt sich doch so mancher ordentlich auf den Schlips getreten

  • Guildo ( Guildo@feddit.de ) 
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    23
    ·
    3 years ago

    Die grüne Politik war zu Beginn der Scholz-Regierung nicht zu schnell, ganz im Gegenteil. Es hätte schneller gehen können.

    Die Grünen haben mehrere Probleme: Sie kommen überheblich rüber (ja, das tun sie wirklich), alles ist irgendwie machbar (es sei denn Habeck stöhnt wieder rum) und dann klappt sowieso nichts und dann brechen sie immer wieder alle ihre Prinzipien. Baerbock ist mittlerweile als Kriegshetzerin bekannt, die darauf steht, wenn Russen abgeschlachtet werden (Ja, das ist wirklich so, hört euch mal bei einigen Menschen um).

    Dann so generelle Probleme: Es wird zu wenig über und mit armen Menschen kommuniziert. Viele Menschen fühlen sich von den Grünen verarscht. Das hatten wir jetzt auch erst wieder mit dem Wärmepumpen. Alle haben rumgestöhnt, dass sie demnächst nicht mehr heizen dürfen. Und dann gibts sowas wie: Bio ist teurer und kann sich nicht jeder leisten, Hartz IV (Ja, das hängt denen noch nach) und Gentrifizierung.

    Und dann generell dieses Hippe-Getue. Ich glaube darum ist Kretschmann auch so beliebt, der fällt da durchs Raster. Der haut halt einfach mal auf den Tisch.

    EDIT: Ihr braucht das hier nicht downvoten - Ich sags nur mal. Viele empfinden das halt wirklich.

    • Panamanap ( Panamanap@feddit.de ) 
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      5
      ·
      3 years ago

      Ich gehe davon aus dass du Recht hast dass das viele so empfinden…aber ich komme halt immer zu dem Schluss dass das ja nicht die Realität ist, dass das viel von Meinungsmache bestimmt wird (Bild, CXU, FDP). Wie soll man denn damit umgehen wenn sich so viele bei so wichtigen Entscheidungen ausschließlich von ihren Gefühlen leiten lassen?

      Ich fühle mich ja auch von den Grünen verarscht, aber alles andere ist ja quasi direkt auf dem Level von geplanter Apokalypse…

      • Guildo ( Guildo@feddit.de ) 
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        2
        ·
        3 years ago

        Da gebe ich dir halt auch völlig recht und mich wundert es immer wieder, dass Leute so leicht manipulierbar sind. Ich selber kann das alles komplett nicht nachvollziehen, aber Gefühle ziehen wohl.

        • Panamanap ( Panamanap@feddit.de ) 
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          1
          ·
          3 years ago

          Liegt halt in der Natur des Menschen. Manipulation funktioniert, weil wir Menschen nunmal gewisse psychologische Muster haben in die wir fallen, weil unsere Köpfe so gebaut wurden.

          Da raus zu kommen benötigt halt echt kognitive Anstrengung. Ich mag das Bild von waitbutwhy vom “higher mind” und “primitive mind”. Es erklärt das alles ziemlich gut, aber um ehrlich zu sein ist das nur ein kleiner Trost…

  • thisn ( thisn@feddit.de ) 
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    17
    ·
    3 years ago

    Sein eigenes Handel zu reflektieren ist durchaus sinnvoll - ich als Spindoktor würde jedoch empfehlen genau so weiter zu machen. Alles andere wäre in diesem Fall Populismus (vielleicht trifft Opportunismus hier besser zu).

    Grüne Politik wird immer schmerzvoll sein, da es meist direkt das Handeln des Einzelnen betrifft. Somit werden andere Parteien dies immer als Sündenbock benutzen - somit nützt es also nichts, seinen Weg abzuändern, da das Ergebnis immer das Gleiche sein wird, (sofern man wirklich etwas bewegen möchte).

  • 𝘋𝘪𝘳𝘬 ( Dirk@lemmy.ml ) 
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    13
    ·
    3 years ago

    was würdet ihr am grünen Stil korrigieren wollen?

    Ich würde daran arbeiten, dass die Grünen ihr Image als “Verbotspartei” loswerden, und wieder mehr echte grüne Politik betreiben, anstatt Greenwashing für Lobbyisten zu betreiben.

    • thisn ( thisn@feddit.de ) 
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      25
      ·
      3 years ago

      Tatsächlich ist es doch die FDP die als Verbotspartei auftritt - zumindest ist das mein Gefühl.

      Hast du Beispiele für das Greenwashing für Lobbyisten?

      • rumschlumpel ( ichmagrum@feddit.de ) 
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        3
        ·
        3 years ago

        Wo genau verbietet denn die FDP? Mein Eindruck ist, dass sie höchstens dann als “Verbotspartei” auftritt, wenn es darum geht, dass Polizei und Geheimdienst etwas erlaubt werden soll - da geht es aber gerade nicht darum, Privatpersonen etwas zu verbieten, sondern den Staatsorganen.

        • thisn ( thisn@feddit.de ) 
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          13
          ·
          3 years ago

          Verbotspartei nicht im Sinne von Gesetzen die etwas verbieten, sondern Verbotspartei im Sinne von “ich sperre mich gegen/ verbiete die Vorschläge aus der Koalition”. Vielleicht trifft das wort Verbotspartei das in diesem Fall nicht ganz - besser wäre wohl “Sperrpartei”

    • geissi ( geissi@feddit.de ) 
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      22
      ·
      3 years ago

      dass die Grünen ihr Image als “Verbotspartei” loswerden, und wieder mehr echte grüne Politik betreiben, anstatt Greenwashing für Lobbyisten zu betreiben

      Aber gerade die “echte grüne Politik”, die kein reines Greenwashing ist, ist es doch was die Grünen für Union, FDP, AfD und Bild zum Feindbild Nummer 1 macht und für die “Verbotspartei”-Propaganda herhalten muss.

      • webisfunisweb ( webisfunisweb@feddit.de ) 
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        12
        ·
        3 years ago

        Verstehe auch diese allgemeine Abneigung ggü Verboten nicht. Es gibt Fälle, dort wird durch Verbote eine gewisse Fairness gewährleistet. Bei anderen Umweltvergehen ist es ja offensichtlich auch kein Problem. Niemand regt sich auf, dass giftige Chemikalien nicht in Flüsse gekippt, sondern fachgerecht entsorgt werden müssen. Verbote gelten für alle, dort kann sich keiner freikaufen. Die Regelungen über finanzielle Anreize ist nicht sehr fair, solange nicht jeder die gleichen Möglichkeiten hat an Geld zu kommen. (Erben ist rational betrachtet sehr unfair, auch wenn ich verstehe dass es emotionale Gründe gibt für die eigenen Nachkommen besonders zu sorgen)

        • taladar ( taladar@feddit.de ) 
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          2
          ·
          3 years ago

          Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, immer her mit den Verboten, vor allem dort wo ich selbst die ungesunden oder Klima-schädlichen Produkte noch konsumiere oder Kunde bei Firmen bin die ihre Mitarbeiter wie Dreck behandeln. Wenn ich die Nachforschungen für solche Entscheidungen alle selbst machen muss komm ich doch zu nichts anderem mehr und gerade bei den Lebensmitteln die ungesund aber lecker sind oder den Fragen der Bequemlichkeit macht es einem das ganze auch einfacher wenn man nicht mehr selbst widerstehen muss.

  • taladar ( taladar@feddit.de ) 
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    11
    ·
    3 years ago

    Der Teil der mich bei den Grünen stört ist dieser pseudo-wissenschaftliche Flügel um Antroposophie, Homöopathie und ähnliches. Das untergräbt meiner Meinung nach die wichtigen Teile ums Klima welche auf harten wissenschaftlichen Fakten beruhen aber da sie selbst diese Pseudo-Wissenschaftler in der Partei haben müssen sie sich da bei der Argumentation sehr zurück halten.

    Ich denke was die Grünen stärker machen müssten wäre tatsächlich eine breit angelegte Informations-Kampagne, mit Webseiten die für den Normalbürger erklären wie die Datenlage ist, was andere Länder machen oder probiert haben und warum sie selbst daher diese Schritte vor haben. Dann müsste man diese Informationen in politischen Diskussion weiter verbreiten. Idealerweise sollten wir in der politischen Diskussion weg von der Gefühls-Argumentation die den rechts-konservativen Parteien in die Hände spielt und mehr hin zu einer Diskussion wo in einfachen Worten erklärt wird warum die eigenen Positionen sinnvoll und die Positionen von AfD, FDP, CDU, CSU,… falsch sind. Dabei sollte durchaus auch eine Timeline integriert werden wenn sich Situationen, wie z.B. bei der Energiekrise durch den Ukraine-Krieg oder bei der Pandemie über die Zeit ändern und dadurch Maßnahmen die vorher sinnvoll waren es nun nicht mehr sind.

    Ich halte das durchaus auch für möglich, allerdings müsste hier halt über die Politik und deren klassische Kommunikations-Kanäle hinaus agiert werden.

    • Aprilscherz85 ( Aprilscherz85@feddit.de ) OP
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      3
      ·
      3 years ago

      Die Webseite ElectricityMaps ist sehr anschaulich. Keine Ahnung ob die Daten vertrauenswürdig sind, aber ich könnte Stunden damit verbringen, die Strom-Mixe auf der Welt zu beobachten. Bei mir führte das dazu, den Atomausstieg in Frage zu stellen (in der Form, bestehende Meiler abzuschalten während Kohlekraftwerke weiterlaufen. Den Neubau von Atomkraftwerken halte ich für Wahnsinn). Solche Tools sollten die Grünen aktiver nutzen. Zwar sieht man einen auf ElectricityMaps einen noch mittelhohen CO2 Ausstoß bedingt durch Kohle, aber immerhin haben wir einen verdammt hohen Anteil an Erneuerbaren. Es wird deutlich, wie drängend der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist.

  • Rayspekt ( Rayspekt@kbin.social ) 
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    9
    ·
    3 years ago

    Das einzige, was ich wirklich suboptimal finde, ist dass die Grünen viele Leute massiv überfordern mit dem Tempo, wie sie die Sachen angehen möchten. Das Problem ist selbstverständlich, dass in den ganzen Merkeljahren viel zu wenig passiert ist und uns dass auf dir Füße fällt. Jetzt ist halt jeder total geschockt, weil viele Änderungen auf einmal nötig wären, wo doch 20 Jahre vermittelt wurde, dass alles so passt.

    Die Grünen regieren da viel aus rein fachpolitischer Sicht, was eben den Änderungswillen der Menschen überstrapaziert und deswege unpopulär ist. Da wir umweltpolitisch so sehr in die Scheiße geritten haben, führt vielleicht garkein Weg daran vorbei, langsamer zu machen, als nötig wäre und auf ein Deus Ex Machina zu hoffen, dass uns dann doch den Arsch rettet. Sei es aus der Wissenschaft oder weil Holland von heute auf morgen im Boden versinkt und die Leute es dann endlich kapieren. Andernfalls schalten die ganzen überforderten Boomer auf Panikmodus und wählen Nazis.

    Interessante Frage allgemein wäre, was man denn macht, wenn die Bevölkerung mehrheitlich dumme Scheiße möchte. Was ist denn, wenn wirklich ein signifikanter Anteil der Leute fremdenfeindlich, homophob oder was auch immer ist. Solche Meinungen in die Regierung zu wählen, ist (leider?) demokratisch gedeckt. Der Verbot verfassungswidriger Inhalte ist ja schon eine Beschränkung des freien Willens, um die Menschen vor ihrer eigenen Dummheit zu bewahren.

  • whisk4s ( whisk4s@feddit.de ) 
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    8
    ·
    3 years ago

    Ich fand die Erklär-Bär-Schiene, die Habeck auf Social-Media gefahren hat(te?) gut. Erreicht nach einer kurzen “Neuigkeit-Phase” aber wahrscheinlich nur noch wenige außerhalb der eigenen Bubble. Trotzdem sollte man dort Gegenargumente gegen die gängigen populistischen Kritiken bringen. (An den mMn echten internen Problemen, wie die Homöopathie- und die Immer-Anti-Gentechnik-Haltung sollte man halt arbeiten.)

    Als richtig windiger Spindoktor würde ich aber was anderes vorschlagen: auf die nächste Umweltkatastrophe ála Hitze, Dürre und Flut warten und dann voll auf Angriff gegen die Klima-Blockierer in Regierung und Opposition blasen.

  • Maolmi ( Maolmi@feddit.de ) 
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    4
    ·
    3 years ago

    Die Grünen sind halt an allem schuld, da sind sich viele einig. Ich meine, die Tatsache, dass ein bekennender Anhänger der Grünen hier einen Thread aufmacht und eine Teilschuld vermutet spricht Bände. Wirst du bei der Union oder FDP nicht sehen…

    • Spzi ( Spzi@lemm.ee ) 
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      7
      ·
      3 years ago

      dass ein bekennender Anhänger der Grünen hier einen Thread aufmacht und eine Teilschuld vermutet spricht Bände.

      “Nun soll man ja gelegentlich ehrlich reflektieren, ob man an manchen Problemen tatsächlich eine Mitverantwortung hat, um das in Zukunft abzustellen.”

      Naja, da steht ‘ob’, nicht ‘wie’.

      Sieht für mich nach vorbildlicher Fehlerkultur aus, nicht nach einem Eingeständnis.

    • Aprilscherz85 ( Aprilscherz85@feddit.de ) OP
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      7
      ·
      3 years ago

      Ich glaube, dass man immer mindestens eine Teilschuld an schlechten Wahlergebnissen hat. Und wenn es nur die schlechte Darstellung eigentlich richtiger Politik ist. Beispielsweise hat Ikea ein deutlich besseres Image als die Deutsche Bahn, obwohl sich Ikea in Deutschland künstlich arm rechnet und die Bahn ein riesiger Player in Sachen Klimaschutz ist.

      Ich gebe dir Recht, dass Selbstreflexion nicht zu den Stärken der Konservativen gehört. Außer beim Atomausstieg nach Fukushima fällt mir grade keine wesentliche Richtungsänderung ein.

      • Maolmi ( Maolmi@feddit.de ) 
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        7
        ·
        3 years ago

        Das Problem ist halt auch, dass (übermäßige) Selbstreflexion als Zeichen der Schwäche ausgelegt wird und auch vom politischen Gegner versucht wird auszuschlachten - und das durchaus erfolgreich. Hier muss man sich wohl leider “auf das Spiel einlassen” und auch mal in den Angriff übergehen, denn es gibt genug Angriffspunkte.

        • Sodis ( Sodis@feddit.de ) 
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          6
          ·
          3 years ago

          Was an sich schon absurd ist. Es ist Stärke eigene Fehler einzugestehen und aufgrund neuer Erkenntnisse seine Position abzuändern. Quasi die wissenschaftliche Arbeitsweise.